5.000 u.s.-amerikanische Soldaten eines Flugzeugträgers legen in Pattaya an

    Prostitution ist nicht nur ein Ausdruck von Machtungleichgewicht, es kann dieses Machtungleichgewicht auch herstellen und befördern. Es kann dort, Männer Frauen für Sex kaufen, keine Gleichberechtigung geben. Deswegen ist es in denjenigen Ländern, die das Nordische Modell eingeführt haben, auch verboten, sich als Freier zu betätigen.

    Aber Prostitution ist nicht nur Ausdruck einer verschobenen Hierarchie zwischen Mann und Frau.

    Es ist auch ein Mittel, Rassismus und Kolonialismus zu befeuern. Es ist ein Herrschaftsmittel.

    Viele wissen nicht, dass Prostitution  aus der Sklaverei hervorgegangen ist.

    Aus der Sklaverei und aus der Militärprostitution.

    Diejenige Macht, die im Krieg gesiegt hat, hat die Frauen der besiegten Bevölkerung prostituiert, häufig für die eigenen Soldaten. Das war in fast allen Kriegen der Fall, und ist es heute noch. Diese Prostitution ist ein Mittel der Herrschaft, und eine klare Botschaft: von Mann zu Frau, von siegender Nation zur besiegten Bevölkerung.

    Viele wissen nicht, dass einer der größten Treiber der globalen Sexindustrie die U.S.-Armee war und ist.

    Überall dort, wo sie kämpfte oder stationiert war oder ist, blüht die Prostitution, und zwar in ihren schlimmsten Formen: Elends-, Kriegs-, Armuts- und Zwangsprostitution.

    Häufig helfen korrupte Polizisten, Ärzte, Verwaltungsbeamte der besetzten Bevölkerung dabei, der im Land stationierten U.S.-Armee Frauen und Mädchen aus Notlagen zur Verfügung zu stellen, indem sie sie in Rotlichtvierteln einsperren, untersuchen, demütigen und bestrafen. Damit verdienen die lokalen Beamten Geld – auf Kosten der Frauen. Und auch die Zuhälter, Menschenhändler, Barbetreiber, Bordellbetreiber machen viel Geld damit.

    Viele Rotlichtviertel weltweit gehen auf die Anwesenheit des U.S.-Militär zurück: in Südkorea (Dongducheon, Pyeongtaek), auf den Philippinen (Angeles City), auf Okinawa (Japan), sogar in Deutschland in Frankfurt am Main.

    Das bekannteste Beispiel dafür, wie das U.S.-Militär einen Ort in eine globale Metropole des Sextourismus verwandelt hat, ist Pattaya. Das einstige Fischerdorf wurde zum R&R-Zentrum, das bedeutet „Rest & Recreation“, also ein Vergnügungsviertel für die amerikanischen Soldaten, deren Kaufkraft und Nachfrage nach Sex gegen Geld dort auf enorme Armut traf. Aus geostrategischen Gründen während des Vietnamkrieges und des Kalten Kriegs dort stationiert, entstand um die Anwesenheit des amerikanischen Militärs dort bald ein Hotspot der globalen Sexindustrie.

    Selbst als das Militär sich zurückzog, blieb das Rotlichtviertel bestehen, heute einer der größten Orte, an denen Frauen und Mädchen ausgebeutet werden. Mittlerweile nutzen auch zivile Sextouristen die dortige Ausbeutungsinfrastruktur, die sich in Bars und Bordellen etabliert hat.

    Bis heute steuern US-Flugzeugträger bei Hafenbesuchen die Region an. Gerade hat der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln der US-Marine mit etwa 5.000 dort angelegt, der 286 Tage am Stück unterwegs war.

    Die lokale Wirtschaft freut sich auf ein aufblühendes Geschäft, und mir wird ganz anders bei dem Gedanken, was diese frustrierten jungen Männer jetzt mit den Frauen machen werden.

    Ohne das Militär wäre Pattaya übrigens noch immer ein völlig unbekanntes Fischerdorf – und nicht das Zielland Nummer 1 für Sextouristen international, die sich an Frauen und Kindern bedienen.

    (c) Huschke Mau

    Hier übrigens ein guter Artikel dazu: https://perspektive-online.net/2026/09/uss-abraham-lincoln-5-000-soldatinnen-legen-in-suendenmetropole-pattaya-an/