Eine Geschichte aus München

    Es gibt Tage, an denen denke ich, mein Herz zerbricht und mein Verstand dreht durch. Ich schäme mich gerade so sehr, dass ich Tränen in den Augen habe. Es ist unerträglich für mich als Exprostituierte, dass so etwas immer noch Frauen geschieht, hier, in Deutschland.

    Eine 31-jährige Frau kommt nach Deutschland.

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    Über Überflüssigkeit und Esel in Brandenburg

      Guten Morgen. 🙂Heute Nacht hat mir eine Vertreterin der Pro-Prostitutionslobby auf Twitter geschrieben: “Du arbeitest an Deiner eigenen Überflüssigkeit mit”, und normalerweise antworte ich nicht auf so einen Schmarrn, aber als ich vorhin im Bad stand und mir nach einer wegen Schlafstörungen durchwachten Nacht ein Gesicht und vor allem ein paar Augen gemalt habe, damit es wenigstens so aussieht, als wäre ich wach, hatte ich dann doch ein paar Gedanken dazu. Und diese möchte ich gerne mit euch teilen. 🙂

      Zunächst: Ja, ich bin für das Nordische Modell, ich bin dafür, Prostitution abzuschaffen. Sex, der aus Geldknappheit und nicht aus Lust geschieht, finde ich scheiße, und Prostitution ist ein Mittel, Frauen zu unterdrücken. Und absolut will ich das abschaffen. Aber ich weiß auch: das Nordische Modell muss kritisch begleitet werden in seiner Umsetzung. Dafür müssen und werden wir Aktivistinnen auch nach seiner Einführung Sorge tragen.

      Und nun zur “Überflüssigkeit”: Ich glaube nicht, dass es “überflüssige Menschen” gibt. Es wundert mich aber nicht, dass so eine menschenverachtende Aussage von jemandem kommt, der die menschenverachtende Institution Prostitution für gut hält. Also reden wir lieber mal von “überflüssigem Aktivismus” und tun so, als hätten wir das mit den überflüssigen Menschen überhört.

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      “Aber wenn doch alles angemeldet ist…”

      Wenn es um Prostitution geht, sehen viele Menschen das Problem nur darin, dass Prostitution nicht behandelt wird wie jeder andere Job auch. Viele sind der Meinung, wenn Prostituierte angemeldet seien, wenn sie Steuern zahlen, in einem behördlich genehmigten Bordell arbeiten und regelmäßig zu Gesundheitschecks gehen, sei alles kein Problem. Gefährlich würde es nur, wenn Prostitution illegal stattfindet: dann, so die öffentliche Meinung, käme es zu gewaltsamen Übergriffen, zu Zuhälterei, Geschlechtskrankheiten und Kriminalität in irgendwelchen „dunklen Ecken“.

      Aber macht Legalisierung Prostitution wirklich problemloser und sicherer?

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      Rassismus in der Prostitution: über die Fetischisierung von Ethnien durch Freier

        Prostitution, das bedeutet, dass Männer als Täter agieren. Denn Freier zu sein heißt, mit einer Frau zu schlafen, von der man nicht weiß, ob sie den Sex eigentlich überhaupt wirklich will. Und das ist ganz klar problematisches sexuelles Verhalten.

        Freier zeigen aber nicht nur den Willen dazu, Sex ohne Konsens zu haben, d.h., zu vergewaltigen. Sie agieren oft auch rassistisch. Denn Prostitution könnte nicht existieren, wenn es keinen Rassismus gäbe: die meisten Frauen, die die riesige Nachfrage nach käuflichem Sex befriedigen, kommen entweder aus prekären Schichten und / oder aus sehr armen Ländern, z.B. Bulgarien und Rumänien – z.B. im Fall von Romnjia (Roma-Frauen). Das bedeutet, sie haben rassistische Diskriminierung schon erlebt, bevor sie hergekommen sind, und oft ist Rassismus der Grund, warum sie außer der Prostitution kaum Optionen haben oder warum ihre Familien in Armut leben und sie in die Prostitution drängen.

        Prostitution lebt aber nicht nur von Rassismus, es ist auch selbst Rassismus.

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