Freier & Kindesmissbrauch

    Überdurchschnittlich viele Frauen in der Prostitution sind als Kind Opfer von sexuellem Missbrauch geworden. Wissen Freier das, und wenn ja, wie gehen sie damit um?

    Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass es verschiedene Typen von Freiern gibt, und dass Männer, die Sex kaufen, also auch unterschiedlich damit umgehen, dass viele der Frauen, die sich prostituieren, als Kind missbraucht worden sind.

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    Das Stigma gegenüber Prostituierten geht von Freiern aus

      Ich hab lange überlegt, ob ich das veröffentliche. Aber letztendlich denke ich, es ist wichtig, darüber zu sprechen, damit klar wird, von wem das Stigma gegenüber Prostituierten ausgeht.

      Vor einigen Tagen habe ich gesehen, dass sich einer meiner ehemaligen Freier in einem Kommentar zu Wort gemeldet hat. Nicht auf meinem Huschke-Mau-Profil, sondern bei etwas privatem, bei einer anderen Tätigkeit. Der Kommentar war öffentlich. Er hat meinen damaligen „Arbeitsnamen“ öffentlich benannt und auch die Adresse des Wohnungsbordells, in dem ich damals war.

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      Warum Gewalt gegen Mütter immer auch Gewalt gegen Kinder ist

        Immer wieder höre ich davon, dass Frauen, die sich von ihren schlagenden (Ehe-)Männern trennen, dazu verpflichtet sind, diesen weiterhin die Kinder zu Besuch zu schicken, weil das Jugendamt der Meinung ist “Nur weil er Sie geschlagen hat, ist er ja kein schlechter Vater, und dem Kind hat er ja schließlich nichts getan”!”

        Deswegen möchte ich heute darüber sprechen, was es mit Kindern macht, die sogenannte “häusliche Gewalt” mitzuerleben.

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        Was ist das Nordische Modell?

          Das Nordische Modell ist ein Maßnahmenpaket, und es besteht aus 5 Punkten:

          1. Der Anerkennung der Tatsache, dass Prostitution sexuelle Gewalt gegen Frauen ist und Gleichstellung verhindert.

          2. Der völligen Entkriminalisierung der prostituierten Frau.

          3. Ausstiegshilfen.

          4. Der Einführung der Freierbestrafung.

          5. Aufklärung über Prostitution, z.T. auch schon in der Schule.

          Das Nordische Modell wurde nach jahrzehntelanger Forschung und Rücksprache mit Betroffenen 1999 zuerst in Schweden implementiert. (Und mittlerweile auch in Norwegen, Island, Frankreich, Irland, Kanada und Israel.) Freiertum wird als Suchtkrankheit behandelt, auch für Freier gibt es Beratungsstellen.

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          DANKE

            Heute möchte ich euch mal kurz mit Liebe überschütten – und DANKE sagen. Ganz dick. Ihr seid einfach solche Schatzis. ❤ Denn ihr habt geholfen, dass eine Frau, die sich aus Armut prostituiert hat und die deswegen im Gefängnis sitzt, dieses bald verlassen kann.

            Ich fasse mich kurz: Ihr erinnert euch an mein Posting vor einiger Zeit, in der es um eine 31-jährige Bulgarin ging, die in München verhaftet worden ist? Sie hatte keine Wohnung. Aber zwei Kinder. Sie kann weder lesen noch schreiben, und sie spricht sehr schlecht deutsch. Sie hat im Sperrbezirk rund um den Münchner Hauptbahnhof angeschafft – und wurde erwischt. Sie bekam ein Bußgeld, das sie nicht zahlen konnte, denn es war sehr viel Geld für eine Frau, die auf den Strich geht, damit sie und ihre Kinder was zu essen haben… Außerdem hatte sie sich mit einem Freier um Geld gestritten. Er bezichtigte sie des Diebstahls, das Gericht glaubte ihm.

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            Warum Prostitution sich selbstbestimmt anfühlen kann, obwohl sie das nicht ist

              Auf diesem Bild bin ich so Anfang 20. In dieser Zeit war ich schon in der Prostitution. Obwohl ich das, was Freier mit mir getan haben, auch damals schon als Gewalt empfunden habe, hätte ich auf die Frage, ob ich “selbstbestimmt” und “freiwillig” in der Prostitution bin, sicher mit “Ja!” geantwortet. Warum?

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              Lustige Emails von Freiern

                Ich als Exprostituierte, die öffentlich darüber spricht, dass Prostitution Gewalt gegen Frauen ist, bekomme ganz oft Post von empörten Freiern, die sich durch mich „schlecht dargestellt“ sehen. Sie beteuern, sie würde „ihre“ Prostituierten mit ganz viel Respekt behandeln, sie nie beschimpfen, schlagen oder vergewaltigen, und deswegen sei das, was sie tun, ok. Was sie übersehen, ist, dass sie trotz allem heilem Schein mit einer Frau Sex haben, von der sie genau wissen, dass diese den Sex eigentlich gar nicht haben will, sondern nur das Geld braucht. Egal, wie nett sie sind, eins ist Fakt: Freier sind Männer, die Sex mit Frauen haben, ohne Konsens herzustellen. Das wollen sie natürlich nicht einsehen. Denn sonst könnten sie ja nicht mehr tun, was sie tun.

                Dann gibt es aber noch eine andere Kategorie von Freiern, die mir schreiben.

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                Thüringen soll eine Beratungsstelle für Frauen in der Prostitution bekommen

                  Thüringen, ein Bundesland, das keine einzige Beratungsstelle für Frauen in der Prostitution hat, soll jetzt, fast 20 Jahre nach der Komplettlegalisierung durch das Prostitutionsgesetz 2002, eine Anlaufstelle für prostituierte Frauen bekommen.

                  Das ist gut. Aber auch bisschen spät, nicht wahr? Woran liegt das?

                  Gesellschaften, die Prostitution legalisieren und als Gewerbe behandeln, gehen davon aus, dass Prostitution “ein Job wie jeder andere” beziehungsweise eine “ganz normale Dienstleistung” ist. Wer aber einen ganz normalen Job hat, der hat doch keinen gesonderten Hilfebedarf – der braucht keine Beratung, Unterstützung, Hilfe, und der braucht auch keinen Support beim Ausstieg – und auch kein Ausstiegsprogramm. Kann ja einfach den Job wechseln! Friseurinnen, Ingenieurinnen, Fabrikarbeiterinnen, Biologinnen brauchen ja schließlich auch keine Ausstiegsprogramme – die wechseln einfach den Job.

                  Was die Verharmlosung von Prostitution als “normaler Beruf” übersieht, das sind:

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