Gewalt in der Prostitution

    In Thüringen ist eine Frau aus der Prostitution zusammengeschlagen worden. Der Täter war ihr Freier. Angeblich war er mit den “Leistungen”, die sie geliefert hat, nicht einverstanden.
    Wir vom Netzwerk Ella sind alle Frauen aus der Prostitution. Und wir kennen alle diese Angst vor Übergriffen durch Freier.
    Davon mal abgesehen, dass Prostitution an sich schon ein sexueller Übergriff ist – denn es werden sexuellen Handlungen an und mit einer Person durchgeführt, die den Sex nicht will, sondern das Geld braucht -, neigen Freier generell dazu, Grenzen zu übertreten.

    Da hat man schnell mal den Finger im Po, obwohl man gesagt hat, dass anal ein Tabu ist.
    Da hat man schnell mal die Zunge im Hals, obwohl man gesagt hat, dass man nicht küsst.
    Da liegt schnell mal die Hand auf dem Hals, obwohl man gesagt hat, dass man keine Würgespiele macht.

    Warum ist das so?

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    Wenn Freier einen darüber belehren, wie Prostitution wirklich ist…

      Ich als Exprostituierte, die sich für die Einführung der Freierbestrafung in Deutschland einsetzt und die offen darüber spricht, wie Prostitution so ist, bekomme andauernd Zuschriften von Freiern, die mich davon überzeugen wollen, dass es „nicht so ist“, wie ich es erlebt habe. Eigentlich veröffentliche ich die nicht, aber heute habe ich mich doch mal dazu entschlossen, damit ihr mal einen Einblick bekommt in die Art, wie Freier denken. Geschrieben hat mir einer aus der Kategorie, die wir im Bordell „Liebeskasper“ genannt haben. Er ist einer von den “netten Freiern”. Aber ist er deswegen harmlos?

      Das hier ist seine Mail:

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      Freiwilligkeit und Prostitution

        Als Exprostituierte bin ich oft müde davon, zum hundertsten Mal ausdiskutieren zu müssen, ob Prostitution freiwillig ist. Denn die Frage nach dem Existenzrecht von Prostitution hängt nicht davon ab, ob es irgendwo eine gibt, die es “freiwillig” macht.

        Wir brauchen mehr politische Analyse und weniger Fokusverschiebung auf die, die durch die Prostitution in der handlungsbeschränkteren Lage sind (das sind wir prostituierten Frauen). Prostitution wird nicht dadurch okay, dass irgendwo irgendeine sagt, dass sie es “freiwillig” tut, genauso wenig, wie partnerschaftliche Gewalt dadurch okay wird, dass eine Frau “freiwillig” bei ihrem schlagenden Mann bleibt.

        Diese Konzentration auf das “ja” der Frau erinnert an Victimblaming. Wir brauchen mehr politische Analyse, wir brauchen einen Blick darauf, in welchen UMSTÄNDEN das “JA” gegeben wurde, und dann sehen wir: Ein “Ja”, das gegeben wird, weil ein “Nein” hiesse, negative Konsequenzen zu tragen (nichts zu essen, kein Geld für die Miete, Schläge) kann kein Konsens sein.
        Abgesehen von der politischen Analyse fehlt mir auch oft der Blick auf die Freier. Warum wird andauernd das Verhalten derer, die sich prostituieren, kritisiert und zum 100. Mal durchgekaut? Wir sind doch schon lange an dem Punkt, an dem wir wissen, was Frauen dazu bringt, sich zu prostituieren.
        Drehen wir doch den Spieß mal um und betrachten die Freier. Während man einer Frau sehr wohl zugestehen muss, dass sie mit ihrem Körper machen kann, was sie will (oder muss, um zu überleben), kann man einem Menschen wohl kaum genehmigen, mit dem Körper eines anderen zu tun, was er will – das sind nämlich zwei verschiedene Paar Schuhe.

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        Sperrbezirke

          In Deutschland ist es ja so, dass Prostitution legal ist, aber nicht entkriminalisiert. Verkürzt bedeutet das, es ist erlaubt, sich zu prostituieren, aber es gibt so viele Regeln, die dabei einzuhalten sind, dass es fast unmöglich ist, keine davon zu brechen.
          Was ganz klar sein muss, ist, dass die Forderung nach der Entkriminalisierung prostituierter Frauen eine Kernforderung des Abolitionismus ist. Strafen, Bussgelder, Regeln, die wir nicht einhalten können, helfen uns kein Stück und sorgen nur dafür, dass sich der Staat an dem Geld, das wir mühsam ervögeln, noch bereichert.
          Klar ist: Wenn es Sperrbezirke gibt, dann sollen die gegen die Verstöße zahlen, die Prostitution nachfragen. Und das geht, die Gesetze kann man so auslegen, dass die Freier zur Kasse gebeten werden, und nicht wir.
          Aber braucht es Sperrbezirke überhaupt?

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          Amnesty International und die Prostitution

          Gestern fand eine Veranstaltung im Leipziger Museum der Bildenden Künste statt, bei der wir Frauen vom Netzwerk Ella über Prostitution gesprochen haben. Dagegen wurde bereits im Vorfeld protestiert.

          Weil es anscheinend UNMÖGLICH und UNERTRÄGLICH ist, wenn prostituierte Frauen über Prostitution reden. Geht ja wirklich gar nicht!

          Eine Gruppe, die bei den Protestierenden (Berufsverband erotische und sexueller Dienstleistungen usw) dabei war, war AMNESTY.

          Amnesty möchte anscheinend nicht, dass Betroffene sprechen.

          Das wundert uns nicht, hat Amnesty uns Frauen in der Prostitution doch schon vor Jahren unter den Bus geworfen, als sie forderten, “Sexarbeit” komplett zu entkriminalisieren und damit EXPLIZIT AUCH FREIERTUM, MENSCHENHANDEL UND ZUHÄLTEREI MEINTEN.

          Begründet haben sie das damit, dass jeder Mensch ein Recht auf Sex hätte und dass es DISKRIMINIERUNG wäre, Männern zu verbieten, sich diesen zu kaufen.

          Für uns hingegen ist klar: es gibt ein Recht auf die eigene Sexualität, aber es gibt kein Recht, jemanden dafür zur Verfügung gestellt zu bekommen.

          Und: wer dafür ist, dass Freier, Zuhälter und Menschenhändler straffrei bleiben, der ist nicht FÜR uns Prostituierte, sondern GEGEN UNS.

          Auch die Wortmeldungen heute sehen wir kritisch. So wurde uns heute von einer “Forscherin” attestiert, wir seien “viel zu enotional”. Unterton: “Ihr seid ja voll die Opfer, ihr könnt nur rumheulen, aber ich, ich kann ja denken.”

          Überraschung! Wir können das auch! (Und einige von uns sind übrigens auch selber Forscherinnen.) Der Vorwurf, Frauen seien zu “emotional”, ist altbekannt patriarchal. Ihr beschwert euch, wir würden hier “auf Opfer machen”, aber ihr seid es, die uns reduzieren auf unsere Opfergeschichte, ihr seid es, die damit sagen, wir seien ja nur Nutten, unfähig, zu denken oder eine politische Analyse zu betreiben. Das ist frauenverachtend ohne Ende, wundert uns aber nicht.

          Zum Schluss natürlich noch der Vorwurf, wir seien Rassistinnen, weil wir angesprochen haben, unter welchen BEDINGUNGEN Frauen aus den ärmsten Ländern Europas hier anschaffen müssen.

          Die ZUSTÄNDE sind rassistisch, und wir kritisieren sie – von euch dazu kein Ton. Nur das AUSSPRECHEN der Kritik stört euch. Was hier in Deutschland stattfindet, ist übelster Kolonialismus. Südosteuropäische Frauen dürfen unseren Männern hier die Schwänze lutschen, um zu überleben. Von euch dazu KEIN TON. Aber diesen Missstand zu benennen ist dann rassistisch? Kommt mal wieder klar!

          Wir wundern uns nicht über euch. Aber wir wundern uns, dass ihr euch immer noch Menschenrechtsorganisation nennt. Seid doch wenigstens ehrlich und bezeichnet euch künftig als FREIERUNDZUHÄLTERRECHTSORGANISATION.

          Ihr habt hier dagegen protestiert, dass Prostituierte über Prostitution sprechen. Amnesty hat für uns jede Glaubwürdigkeit verloren.

          Fick Dich, Amnesty!

          (Huschke)

          „Liebe“ Freier, die ihr mir, der Exprostituierten und Aktivistin, Mails und Nachrichten schreibt,

            sonst antworte ich euch nie, aber heute bekommt ihr von mir mal eine Sammelantwort, an euch alle.

            Ich weiss, bei euch wird nichts ankommen, weil euch irgendwas fehlt im Kopf. Aber ich stelle jetzt mal ein bisschen Öffentlichkeit her, weil ihr sonst weiterhin denkt, dass ihr es mit mir ja machen könnt – hintenrum, heimlich, ohne dass es je jemand erfährt.

            Heute möchte ich euch sagen: ihr nervt. Echt jetzt.

            Es nerven die von euch, die zuerst gar nicht sagen, dass sie Freier sind, und die alles in Frage stellen, die erwarten, dass man EXTRA FÜR SIE Infos rauskramt und ihnen hinterherträgt, und zwar JEDE Info. Die Mühe mache ich mir nicht, weil ich genau weiss, es geht euch nicht darum, dass ihr überzeugt werden wollt, dass das, was ihr tut – mit Frauen schlafen, die keinen Bock auf euch haben, und ihr wisst das – falsch ist oder dass das Nordische Modell das richtige ist. Darum geht es euch nicht. Ihr tut nur so. In Wirklichkeit wollt ihr nur Energie absaugen. Ihr werdet euch nie ändern, weder in eurem Denken noch in eurem Handeln, egal, wie oft ihr die Illusion vermittelt. Alles, was ihr wollt, ist uns Aktivistinnen von der Arbeit abzuhalten. Spart euch eure halbseidenen Vorwürfe und aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen, mögen eure Provokationen euch im Halse stecken bleiben.  Ich beschäftige mich nicht mit euch. Ich überzeuge keine Freier. Wer Freier ist, ist scheisse, und wer so unbedingt scheisse sein will, dem kann man eh nicht helfen. Ich spare mir meine Energie für wichtige Dinge auf. Ihr seid nicht wichtig. Mir egal, ob ihr verstanden haben werdet, dass es falsch ist, was ihr tut: das Nordische Modell kommt, und ihr werdet zur Verantwortung gezogen werden für das, was ihr tut, ob ihr begriffen habt, warum, ist völlig latte. Ich überzeuge jedenfalls keine Gewalttäter, ich rede nicht mit Vergewaltigern, ich diskutiere nicht mit Missbrauchern. Schreibt mir einfach nicht mehr. Und heult nicht rum, wenn ich euch nicht antworte – ich schulde euch nichts.

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            Wenn Du in der Prostitution warst und Dich schämst, weil Du oft daran denkst, zurückzugehen, dann ist das hier für DICH

              Shoutout an alle Frauen, die in der Prostitution waren und die mir wegen meines “Wiedereinstiegsgedankenkreisel”-Textes geschrieben haben, dass sie diese Gedanken, in die Prostitution zurückzugehen, kennen und sich schämen – und auch an alle, die sich zu schreiben nicht getraut haben, die die Gedanken aber auch kennen.

              Ihr seid nicht allein. Ich bin seit 4 Jahren Aktivistin, und ich habe nicht nur vom Gefühl her begriffen, dass Prostitution schadet, sondern kann die politische Analyse auswendig und ihr könnt mich nachts wecken, um 2, und ich diskutiere das knallhart mit euch aus.
              TROTZDEM habe ich diese Gedanken mich wieder zu prostituieren immer noch, und ich möchte, dass ihr wisst, dass ihr nicht allein damit seid.
              Es gibt so viele Gründe, zurückzugehen. Geldnot. Traumareinszenierung. Euch hat was getriggert. All die kleinen constant reminders im Alltag, bei denen Männer euch zeigen, dass ihr nur sexualisierte Objekte seid und die euch denken machen, dass ihr dann wenigstens Kohle dafür nehmen könnt. Der Gedanke, unwert zu sein, und die Erinnerung daran, dass ihr, wenn schon keinen Respekt, aber wenigstens doch mal Geld wert ward. All die Sehnsucht nach der Betäubung, nach dem alten Schmerz, in dem man sich zu Hause fühlt, weil man nie was anderes als diesen SChmerz als Zuhause empfinden durfte. Ich kenne es. So viele von uns kennen es. Eigentlich kenne ich keine Frau aus der Prostitution, die diese Gedanken nicht hat. IHR SEID NICHT ALLEIN!
              Und bitte schämt euch nicht dafür. Diese Gedanken, das seid nicht IHR. Das sind Gedanken, die auf eurer Kopffestplatte installiert worden sind, aber nicht von EUCH. Es ist das Trauma, das da spricht, all die schlimmen DInge, die euch angetan worden sind in all ihrer Scheissigkeit. Es ist wie ein Radio, das dauernd im Hintergrund dudelt, aber ihr habt es nicht angemacht und ihr habt den Sender auch nicht eingestellt, also verdammich, bitte schämt euch nicht dafür, was da für ein Programm läuft. Ihr könnt nichts dafür, und es ist scheisse genug, dass dieses Kackradio in eurem Zimmer steht und vor sich hin plärrt.
              Ihr habt euch doch nicht selbst drauf konditioniert, euch weh zu tun.
              All diese beschissene Sozialisierung, all der Missbrauch, die sexuelle Gewalt, die bescheuerte Ungleichheit.
              Sich prostituieren, mit Männern mitgehen, die gewalttätig oder respektlos sind, demütigende Sexpraktiken mitmachen, sich mit Drogen oder Alkohol abschiessen, sich die Arme aufschneiden, hungern, kotzen, whatever.
              RESIST!
              Diesen Film habt doch nicht IHR eingelegt!
              Also schämt euch nicht dafür.
              Ich kann ja nur sagen, was mir hilft. Mir hilft, vorher die Entscheidung zu treffen, es nicht zu tun. Wenn ich in schwachen Momenten anfange, mit mir selber die Pors und Cons zu diskutieren, weiss ich, dass ich verloren habe. Es ist dasselbe wie mit dem rauchen aufzuhören. Ich entscheide vorher: ich gebe nicht nach! Und in dem schwachen Moment weiss ich: gerade habe ich SEhnsucht nach etwas Schädlichem, aber ich halte die Sehnsucht aus, sie geht vorbei, und ICH GEBE NICHT NACH.
              Ihr seid so tolle Frauen, ich bin so berührt davon, dass ihr mir schreibt. Bitte schämt euch nicht. Diese Gedanken zu haben heisst nicht, dass wir dumm sind oder labil oder es heimlich gut oder geil fanden, was da passiert ist.
              Jede Drogenabhängige, jede Alkoholikerin, jede geprügelte Ehefrau hat den Gedanken, zurückzugehen.
              Das ist sowas von normal, und wenn wir uns schämen, SCHÄMEN SICH DIE FALSCHEN!
              Ich bin gerade noch so berührt von euren Nachrichten und im Kitschmodus, also hier, LIEBE, für alle, und Kraft und nur das Beste, und ein kleiner Reminder für die, auch in unserer Bewegung, die uns wegen unserer Ehrlichkeit sagen, wir seien labil und würden der Bewegung schaden, wenn wir über diese Gedanken sprechen, und wir sollten nicht mehr öffentlich reden deswegen: GO FUCK YOURSELF, CAUSE WE DON´T CARE!

              Über Victimblaming

                “Du hattest doch eine Wahl, man hat immer eine Wahl”

                “Du wolltest es doch so, und jetzt magst du nicht zugeben, dass du dabei Spass hattest”

                “Als du dafür Geld bekommen hast, hast du dich ja auch nicht beschwert”

                “Warum hast du überhaupt damit angefangen, du hättest alles anders machen können”

                “Warum hast du dich nicht von deinem Freund getrennt, als du gemerkt hast, dass er dich in die Prostitution bringen möchte”

                “In den Videos sieht es aber überhaupt nicht aus, als hättest du dabei Angst gehabt”

                “Du bist doch klug genug, warum landet so eine Frau in der Prostitution, da gibt es doch ganz andere Möglichkeiten”

                “Es sind immer alle anderen schuld und nie du, es war doch aber deine Entscheidung”

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                Es war, als würde diese Gesellschaft zu mir sagen: „Prostitution ist nicht das Problem, damit ist alles cool. Du bist das Problem.“

                Dankesrede anlässlich der Verleihung des Nikolaus-Einkraft-Preises im rheinland-pfälzischen Landtag.

                Vielen Dank für die nette Laudatio und auch für den Preis.

                Mein Name ist Huschke Mau, ich war, mit Pause, 10 Jahre in der Prostitution. Wie bei so vielen Frauen und Mädchen war ich sexuell traumatisiert, in einer ökonomischen Notlage und hatte einen Mann, der mich in die Prostitution eingeführt hat. Bei mir war dieser Mann ein deutscher Polizist – mein erster Zuhälter. Ich war in Wohnungsbordellen und im Escort.

                Mein Ausstieg hatte lange gedauert, mehrere Jahre. Als ich mich an eine Fachberatungsstelle gewandt und um Hilfe beim Ausstieg gebeten habe, hat man mir gesagt: „Der Job ist nicht das Problem, das ist ein Beruf wie jeder andere. Aber wenn SIE das nicht mehr machen wollen, gehen Sie doch einfach nicht mehr ins Bordell und fertig.“ Ich habe nie wieder nach Hilfe gefragt.
                Ich habe lange nicht gesprochen über das, was ich in der Prostitution erlebt habe. Wenn ich die Wohnung verlassen habe, habe ich auf plakatwandgroße Puffwerbung geblickt. Wenn ich ein Taxi bestellt habe, musste ich dazusagen, dass ich eins ohne Bordellwerbung möchte. Wenn ich Zeitung gelesen habe, wurde von „Sexarbeit“ gesprochen. Es war, als würde diese Gesellschaft zu mir sagen: „Prostitution ist nicht das Problem, damit ist alles cool. Du bist das Problem.“ Durch die permanente Konfrontation damit, was man mit mir und anderen Frauen und Mädchen machen kann, habe ich lange geschwiegen.

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                One Billion Rising 2019 – Sprengt die Ketten!

                  Gestern, am 14. Februar, habe ich als Prostitutionsaussteigerin bei One Billion Rising München sprechen dürfen. Das hat mich sehr gefreut, denn wenn es gegen Gewalt gegen Frauen geht, wird die Prostitution oft nicht erwähnt. Im Gegenteil, in Deutschland wird sie oft noch immer als “körperliche Liebe” oder “sexuelle Dienstleistung” bezeichnet. Dabei ist Prostitution das Gegenteil sexueller Selbstbestimmung: der eine Part will Sex, der andere nicht – Geld soll das regeln.
                  Die Zustimmung der prostituierten Frau erfolgt zum Geld, nicht zum Sex. Der Sex bleibt ungewollt. Und ungewollter Sex ist Missbrauch, Vergewaltigung.
                  KONSENS KANN NICHT ERKAUFT WERDEN.

                  Prostitution ENTSTEHT aus Gewalt, denkt doch an all die Frauen, die in der Prostitution sind, und die als Kind missbraucht worden oder später vergewaltigt oder zur Prostitution gezwungen worden sind.
                  Prostitution IST Gewalt, denn ein NEIN kann nicht wegbezahlt werden.
                  Prostitution FÜHRT ZU Gewalt, über 80 Morde an prostiuierten Frauen seit 2002 allein in Deutschland.

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